Geblendeter Nachbar durch Dachziegel

Abwehr- und Unterlassungsansprüche

Blenden glasierte Dachziegel bei Sonneneinstrahlung dermaßen, dass man nicht mehr hinsehen kann, ohne zu blinzeln oder tränende Augen zu erleiden, dann können entsprechende Blendwirkungen abgewehrt werden (LG Arnsberg, Urteil vom 08.01.2018 – 2 O 186/16, NZM Heft 7/2018, Seite VII f). In diesem Fall habe der Nachbar entsprechende Abwehr- und Unterlassungsansprüche. Allerdings könne er nicht auch vorgerichtlich dafür verauslagte Rechtsanwaltskosten im Wege des Schadenersatzes vom Eigentümer des „blendenden Daches“ verlangen. Denn der Hauseigentümer, der handelsübliche Bauprodukte verwende, handele grundsätzlich nicht vorwerfbar und schuldlos.

Geklagt hatte ein Nachbar gegen die aufgebrachten zunächst hochglänzenden Dachziegel, die dann später in matt glasierte Ziegel ausgetauscht wurden. Das Gericht sprach die Klage deshalb zu, weil auch von diesen Ziegeln eine Blendwirkung ausging, die weder ortsüblich, noch zumutbar war; die nach Meinung der Arnsberger Landrichter vielmehr Abwehrmaßnahmen des Auges wie Tränenfluss oder blinzeln und bei längerem hinsehen auch Schäden an der Netzhaut und am Glaskörper des Auges nach sich zögen.

Rechtsanwalt Dr. Hans Reinold Horst, Hannover / Solingen

Pressemitteilungen

05.12.2018
30.11.2018
27.11.2018